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Die Reliquiarbüste
des Hl. Lambertus
Eines der wichtigsten Werke der Schatzkammer
ist die Reliquiarbüste des Hl. Lambertus, welche der Goldschmied
Hans von Reutlingen in Aachen vor 1512 anfertigte.
Ziseliertes und
getriebenes Silber, großteils vergoldet.
Dimensionen: 159 (H) x 107 (B) x 79 (T) cm.
Es handelt sich um die größte spätgotische
Reliquiarbüste, die in Europa aufbewahrt wird. Die Büste
beinhaltet die Schädelreliquie des Heiligen. Die Arbeit mit
ziseliertem, getriebenem und graviertem Silber und Vergoldung beruht
auf einem Holzkern. Im Zentrum, unten auf der Leiste, erkennt man
den Stifter, Erhard von der Marck, Fürstbischof von Lüttich
(1505-1538). Die Radiernadeln des Künstlers und Aachens befinden
sich auf der Rückseite der Rationalen, an der Pelerine, welche
der Bischof trägt. Der Stab ist im 19. Jahrhundert neu gemacht
worden; die Mehrfarbigkeit des Gesichts stammt aus dem 18. Jahrhundert
und ist später aufgefrischt worden.
Es handelt sich um das Symbol
des Lütticher Landes, die Büste nahm an allen Zeremonien
des Ancien Régime teil. Eine Gravur aus dem Jahr 1653 von
dem Lütticher Künstler Michel Natals machte sie in ganz
Europa bekannt. Der Schutzpatron der Diözese ist als Bischof
dargestellt, auf einem Sockel, dessen sechs Nischen sein Leben erzählen.
Die Reliquiarbüste ist im Lütticher Erbe verankert, wovon
auch sprachliche Ausdrücke zeugen, wie derjenige für eine
Person mit einem vollen, gesunden Gesicht: „Il a une balle
comme saint-Lambert“.
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